Ab 2008 Lehre mit Matura in Niederösterreich möglich

Landtagswahlen stehen an und plötzlich geht was weiter!

Wie Landeshauptmann Pröll nach der zweitägigen Arbeitsklausur der ÖVP-NÖ am 12. September informierte, wird im Herbst bei der Arbeitsmarktpolitik das Hauptaugenmerk auf die Lehrlings-Situation gelegt. Obwohl derzeit in 5.720 Unternehmen 18.000 Lehrlinge ausgebildet würden, sei unter Umständen eine Lehrstellenlücke von rund 1.000 Stellen zu erwarten, so Pröll. Das bestehende Lehrlingsnetz, in dessen Rahmen 1.200 Plätze zur Verfügung stehen, soll fortgesetzt werden. Weiters werde am 1. Jänner 2008 in Niederösterreich die Möglichkeit zur Lehre mit Matura eingeführt werden. Dies sei, so der Landeshauptmann, eine attraktive Facette und eine große Chance für viele Niederösterreicher und Niederösterreicherinnen. Das Land wolle hiefür finanzielle wie organisatorische Maßnahmen bieten. So würden flächendeckende Berufsreifekurse angeboten, die Kosten in der Höhe von rund 3.500 Euro würden von Land und Wirtschaftskammer getragen. Außerdem soll eine Lehrlings-hotline (02742/9005-16493) installiert werden. Prölls Ankündigungen will die SPÖ-NÖ nicht nachstehen und startet nun eine Initiative in den 149 niederösterreichischen SPÖ-dominierten Gemeinden. Die Kommunen sollen zusätzliche Lehrplätze schaffen, die, wie LHStv. Onodi sagte, „natürlich auch gefördert werden“. SPÖ-Landesrat Schabl hatte vor der ÖVP-Arbeitsklausur erneut vergeblich die Errichtung von fünf überregionalen Lehrwerkstätten und die Umsetzung des Lehrlingsausbildungsfonds verlangt. KPÖ-NÖ: Vor Landtagswahlen geht’s auf einmal! Kommentar von KPÖ-Landesparteivorsitzendem Erich Stöckl: „Man merkt, dass Landtagswahlen vor der Tür stehen. Da ist in Niederösterreich plötzlich vieles an Verbesserungen möglich. Und Bundeskanzler Gusenbauer will jetzt sogar, dass ‚jeder Österreicher‘ Matura-Niveau erreicht. Jenen, die verzweifelt eine Lehrstelle suchen, und jenen, die eine finanzielle Unterstützung zum Erlangen der Berufsreifeprüfung und Berechtigung zum Studium an einer Universität bekommen können, kann das alles nur recht sein.“