March/Thaya Auen: Fürstliche Treibjagd auf ausgesetzte Fasane

Die Jagd macht zunehmend Schlagzeilen, nicht nur durch Jagdunfälle, sondern auch durch Gesetzesübertretungen und Auswüchse die mit Wildmanagement absolut nichts mehr zu tun haben.

Hauptsächlich sind es Angehörige fragwürdiger elitärer Kreise die Jagd auf gezüchtete und ausgesetzte Fasane machen. Fasane sind in unserem Gebiet nicht heimisch. Daher werden sie in Volieren, meist im Ausland, aufgezogen. Diese Volieren sind nach oben hin in ca. zwei Meter Höhe geschlossen, dadurch lernen die jungen Fasane nicht richtig fliegen und die hohen Besatzdichten schränken die Bewegungsfreiheit zusätzlich ein. Zu Herbstbeginn werden sie im Wald ausgesetzt, wo sie dann orientierungslos herumirren, bis sie zur leichten Beute von Raubwild oder „SonntagsjägerInnen“ werden.

Am 19. Dezember 2014 geriet Alexandra Benedik* bei einem Spaziergang in eine Treibjagd des Forstbetriebes der Stiftung Fürst Liechtenstein auf gezüchtete und ausgesetzte Fasane in den March/Thaya Auen östlich von Hohenau. Das Jagdgebiet war nicht gesperrt, es waren keinerlei Warnschilder zu sehen und die Jagd fand direkt im Naherholungsgebiet statt.

„Was sind das für Menschen, die Spaß daran haben, Tiere zu züchten, auszusetzen und ein paar Wochen später abzuschießen?“ fragt sich Benedik. Gemeinsam mit einer weiteren Tierfreundin nutzte sie die Gelegenheit sich selbst davon ein Bild zu machen, verfolgte das Jagdgeschehen und machte ein paar Fotos mit ihrem Handy. Von Treibern aufgescheuchte und auffliegende Fasane wurden von einer großen Zahl umzingelnder Schützen, die sich gegenüber im Halbkreis aufgestellt hatten, abgeschossen. „Was für ein unwürdiges Schauspiel“ ist Benedik entsetzt: “Was bringt das, außer dass wehrlose Tiere unnötig gequält werden?“. Die Jagd ist vom Tierschutzgesetz ausgenommen und die Auswirkungen dieser Ausnahme zeigen sich bei dieser sinnlosen Jagd in ihrer ganzen Grausamkeit.

Kurze Zeit später fand sie sich selbst inmitten der bewaffneten Männer, nachdem ihr von einem der Jäger das Handy gewaltsam aus der Hand gerissen wurde. Erst der Aufforderung der kurz darauf eingetroffenen Polizei, das fremde Eigentum wieder herauszugeben, wurde Folge geleistet.

Fürchtet man so sehr die öffentliche Meinung? Auch durch solche Einschüchterungsversuche wird sich nicht vermeiden lassen, dass die Menschen erfahren, was in den Wäldern vor sich geht. Der bloße Spaß am Töten darf niemals ein Jagdgrund sein!

Die KPÖ fordert die längst überfällige Gesetzesänderung mit einem sofortigen Verbot der Jagd auf gezüchtete und ausgesetzte Tiere.

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat Anzeige erstattet.

Link: http://www.vgt.at/presse/news/2014/news20141222ev.php

*Alexandra Benedik ist stellvertretende Koordinatorin der KPÖ Weinviertel und Mitglied des Bundesvorstands

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