Baustelle statt Park

Ahornbäume im Liechtensteinpark Hohenau

Hohenau: Grünraum im Ortszentrum durch Ökozentrumpläne des Bürgermeisters in Gefahr

Alexandra Benedik, Tierschutzsprecherin der KPÖ, ist entsetzt über die Pläne des Hohenauer Bürgermeisters. Dieser will in der einzigen größeren Grünfläche im Zentrum des Ortes ein Ökozentrum, als Anlaufstelle für TouristInnen, errichten.

Das Grundstück hat die Gemeinde Ende der 60er Jahre von Franz Josef II., damals regierender Fürst von Liechtenstein, günstig erworben. Benedik hat den Kaufvertrag am Grundbuchgericht eingesehen, die Intention des Rechtsgeschäftes geht daraus eindeutig hervor. Der Kaufpreis wurde unter der Voraussetzung vereinbart, dass die betreffenden Parzellen als Grün- oder Parkflächen widmungsgemäß verwendet werden.

Bereits 2013 wurde ein Teil des Parks dem Parkplatz eines Supermarktes geopfert. Damals wurden auch einige ältere Bäume in der verbleibenden Fläche umgeschnitten. Jetzt will Bürgermeister Freitag mitten in den Grünraum noch ein Gebäude errichten. Vom ursprünglichen Park wird dabei wohl nicht viel überbleiben.

Neben jüngeren Bäumen und verschiedenen Sträuchern stehen im Park auch einige ca. 50-60 Jahre alte Bäume, die einen hohen Beitrag zur Biodiversität leisten, wie z.B. Berg- und Spitzahorn. Mit dem Alter der Bäume steigt deren ökologischer Wert markant an. Die großen Bäume sind wichtig für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und Vögel. „Es gibt kein besseres Ökozentrum als einen alten Baum“ meint Benedik, „es ist absurd den Menschen die Natur näher bringen zu wollen und dafür wertvollen Grünraum im Ortsgebiet zu zerstören.“

Benedik stellt auch in Frage, ob man für sanften Tourismus ein derart überdimensioniertes Projekt überhaupt benötigt und ob es nicht bessere alternative Standorte gibt, auch angesichts zahlreicher Leerstände im Ort. „Die March/Thaya Auen sind ein wunderbarer Naturraum, aber ich denke, dass die Region NaturfreundInnnen auch einiges bieten kann, ohne den Park mit seinen alten Bäumen in eine Baustelle zu verwandeln.“

Die geplanten Änderungen zum Flächenwidmungsplant liegen noch bis 22. Februar am Gemeindeamt auf. Bis dahin kann man Einsicht nehmen und eine schriftliche Stellungnahme abgeben.