Betriebe stärker in die Pflicht nehmen!

Lehrstellen- und Fachkräftemangel: Zur Verbesserung der Lehrlingssituation gibt es bereits jahrzehntelang eine Forderung der KPÖ, der Gewerkschaft, der Arbeiterkammer und auch der SPÖ: Die Schaffung eines Berufsausbildungsfonds, in den alle jene Betriebe einzahlen müssen, die Lehrlinge ausbilden könnten, sich aber dieser Aufgabe entziehen. Ebenso altbekannt sind unsere Forderungen nach Ausbildungsverbünden für kleinere Betriebe und mehr überbetrieblichen Lehrwerkstätten. KPÖ und GLB treten darüber hinaus für eine <LEX>Ausbildungsverpflichtung</LEX> ein. Der Berufsausbildungsfonds wurde bisher immer mit dem Argument abgeblockt, man könne die Firmen nicht finanziell "bestrafen". Förderungen, wie zum Beispiel den so genannten "<LEX>Blum-Bonus</LEX>" – mit dem Unternehmen, die zusätzliche Lehrlinge ausbilden, unterstützt werden – nehmen die Firmen aber schon gerne. Wie sich herausstellte, wurden damit offenbar auch Unternehmen gefördert, die ohnehin einen zusätzlichen Lehrling ausgebildet hätten. Die NÖ Kammer für Arbeiter und Angestellte erhebt daher zu Recht die Forderung nach Kontrolle und effizienterer Einsetzung dieser Gelder. Während sich Betriebe immer mehr von der Lehrlingsausbildung zurückziehen, wird von "der Wirtschaft" ein Facharbeitermangel beklagt. Nun sollen verstärkt Fachkräfte aus den neuen EU-Ländern geholt werden. Die hochqualifizierten so genannten "Schlüsselarbeitskräfte" wollen aber auch ordentlich entlohnt werden und kommen nicht in gewünschter Anzahl, weil sie meistens aufgrund niedriger Steuern und Lebenshaltungskosten in ihren Heimatländern netto gesehen besser abschneiden. Notwendig ist jetzt daher, die Betriebe bei der Berufsausbildung stärker in die Pflicht zu nehmen. Notwendig ist auch, sich der Arbeit Suchenden im eigenen Lande anzunehmen, für deren Qualifikation und Weiterbildung zu sorgen und so Fachkräfte heranzubilden. Und gefragt sind Investitionen der Betriebe in innerbetriebliche Um- und Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter!