Neue Wege der Fasanjagd in den March/Thaya Auen

Direktor der Liechtensteinstiftung führt KPÖ-Tierschutzsprecherin durchs Revier im Bereich Hohenau und Rabensburg

Bei Fasanjagden in den letzten beiden Jahren kam es wiederholt zu Konfrontationen zwischen Alexandra Benedik, der Tierschutzsprecherin der KPÖ, und Hans Jörg Damm, dem Jagdleiter und Direktor der zur Stiftung Fürst Liechtenstein gehörenden Forstverwaltung.

Nach Jahresbeginn trafen sich die beiden dann zu einigen kontroversen, aber in der Folge sehr offenen und konstruktiven Gesprächen. Vor kurzem hat Direktor Damm die Tierschützerin zu einer Rundfahrt durchs Revier eingeladen, um sie vor Ort über die Bemühungen der Stiftung in Bezug auf das Niederwild und die damit verbundenen ökologischen Verbesserungen zu informieren.

Ausgedehnte Ökoflächen, Hecken und Wildäcker in Hohenau, v.l.n.r.: Hans Jörg Damm, Alexandra Benedik, Steve Weeks (Mitarbeiter Stiftung Fürst Liechtenstein). Foto: Christian Kellner

Ausgedehnte Ökoflächen, Hecken und Wildäcker in Hohenau, v.l.n.r.: Hans Jörg Damm, Alexandra Benedik, Steve Weeks (Mitarbeiter Stiftung Fürst Liechtenstein). Foto: Christian Kellner

Bisher wurden die Fasane vier Wochen vor Beginn der Jagdzeit direkt im Revier ausgesetzt. Jetzt hat man einen anderen Weg eingeschlagen, mit dem Ziel eine Population zu etablieren, die sich in Zukunft im Revier selbst erhalten kann.

In erster Linie wird auf die Optimierung des Lebensraumes gesetzt und so führt der Weg durchs Augebiet an vielen geschaffenen Hecken, Blumenwiesen, Äsungsflächen und auch eigens angelegten Feuchtbiotopen vorbei. Davon profitieren auch viele andere Tiere, die nicht bejagt werden. „Wir haben hier eine große Vielfalt an Singvögeln und insgesamt wurden mehr als 240 Vogelarten beobachtet. Dass die Natur intakt ist, zeigt auch die in den letzten Jahren zunehmende Anzahl an Seeadlern, welche in den March/Thaya Auen wieder überwintern “ beschreibt Damm die positiven Auswirkungen der aufwändigen Maßnahmen. Betont wird auch die gute Zusammenarbeit bei Projekten im Bereich Hohenau zwischen der Stiftung Fürst Liechtenstein und dem WWF sowie BirdLife.

Von der Artenvielfalt, die zum Teil „Nebenprodukt“ der jagdlichen Bewirtschaftung ist, zeigt sich auch Benedik beeindruckt. Der Jagd auf Zuchttiere steht sie nach wie vor kritisch gegenüber, äußert sich aber vorsichtig positiv über die Veränderungen. „Den Versuch, nicht nur kurzfristig Fasanen auszusetzen, sondern einen stabilen Bestand herzustellen, sehe ich als großen Fortschritt zum früheren Vorgehen. Das Auswildern erfolgt jetzt wesentlich schonender und wird in absehbarer Zeit komplett eingestellt. Ich konnte mich auch davon überzeugen, dass der eigens für dieses Projekt eingestellte, spezialisierte und erfahrene Mitarbeiter, sehr um die Tiere bemüht ist.“

Das Auswildern der Jungtiere erfolgt jeweils im Sommer mit Hilfe von Einzäunungen, die oben offen sind. In diesen schützenden und mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Raum können sich die Fasanen immer wieder zurückziehen. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine langsame und bessere Gewöhnung an den neuen Lebensraum. Das Projekt selbst ist zeitlich begrenzt.

„Wir haben uns für den Aufbau eines ausreichenden Naturbestandes einen Zeitrahmen von 5 Jahren gesetzt. Dann kann beurteilt werden, ob das Projekt erfolgreich umsetzbar ist oder nicht. Bei den zwei bis drei Jagden im Spätherbst wird nur ein kleiner Teil der männlichen Fasanen entnommen. Damit gibt es keine negativen Auswirkungen auf unser Ziel, einer nachhaltigen Populationsbegründung.“ erklärt Damm die Pläne der Stiftung.

Für Benedik war es eine sehr interessante Exkursion, mit aufschlussreichen Einblicken in die jagdliche Bewirtschaftung. Trotz teilweise unterschiedlicher Ansichten konnte eine sehr gute Gesprächsbasis gefunden werden.