Ökozentrum Hohenau – Wenig Info am Infoabend

Altbaumbestand im Liechtensteinpark Hohenau

Nach dem Bericht der NÖN über die Bedenken zum Standort des geplanten Ökozentrums im Liechtensteinpark hat Bürgermeister Freitag (SPÖ) am 17. März zu einem Infoabend über das Projekt eingeladen.

Hauptsächlich haben sich dort die ParteifreundInnen von Freitag eingefunden. Es sind auch einige KritikerInnen gekommen, obwohl natürlich zu erwarten war, dass eine Diskussion an den Plänen nichts mehr ändern wird und sich viele den Ärger ersparen wollten. Interessant war es dann aber doch.

So gern Bgm. Freitag auf die in Aussicht gestellte 85% EU-Förderung (Projektvolumen 765.000 Euro) hinweist, so wenig Auskunft will er über die erwarteten laufenden Kosten des Ökozentrums geben. Er führt lediglich Strom und Heizung als Betriebskosten an, die im Jahr mit 6.900 Euro geschätzt wurden. Das lässt er dann tatsächlich so stehen, als ob das alles wäre, wobei diese Energiekosten für ein nachhaltiges, nach aktuellen Baustandards errichtetes Gebäude relativ hoch scheinen. Die restlichen Kosten lässt er jedenfalls unter den Tisch fallen und auch über die Anzahl der Beschäftigten, der Arbeitsstunden und der Öffnung an Wochenenden gibt es keine konkreten Aussagen. Auf dieser Informationsbasis kann man dann über Umwegrentabilität fantasieren, mehr aber schon nicht.

Die umstrittene Standortfrage begründet Freitag mit der Nähe zum Atrium und der Lage an den Hauptradrouten, die aber nach Auskunft des Vizebürgermeisters Gaida teilweise erst am Park vorbei verlegt wurden. Unklar ist dabei noch, wie man genau am Park vorbeifahren soll. Derzeit führt die Beschilderung durch den Parkplatz vom Pennymarkt. Ein gefährlicher Weg, besonders an starken Einkaufstagen, das bestätigt auch Gaida. Nach einer Lösung wird hier noch gesucht. Unverständlich, wieso man nicht mit der Änderung der Streckenführung gewartet hat. Die Route durch den Ort erscheint insgesamt nicht besonders attraktiv. Welche RadfahrerIn will schon alle paar Meter bei Kreuzungen stehen bleiben?

Dass sich gerade dort, wo das Haus hingestellt werden soll, die ca. 60 Jahre alten gesunden Berg- und Spitzahornbäume befinden, kümmert Freitag gar nicht. Mit 60 Jahren hätten sie ihr natürliches Lebensalter schon erreicht, meint er und für jeden umgeschnittenen Baum würden zwei neue gepflanzt. Es werden heimische Bäume sein. Immerhin. Aber sonst geht diese Rechnung nicht wirklich auf, da der ökologische Wert von der Größe der Baumkrone bestimmt wird. Ahornbäume können 200 Jahre alt werden und allein von der Sauerstoffproduktion her ist ein alter Baum kaum zu ersetzen, vom Nutzen für Insekten und Vögel sowieso nicht. 100 neue Bäume will Freitag in Hohenau gepflanzt haben, die alten Bäume, welche entfernt wurden, hat er wahrscheinlich nicht gezählt, und auf Informationen wie die konkrete Neugestaltung des Parks ausschauen soll, wartet man leider auch vergeblich.

Es ist absolut nachvollziehbar, dass die Gemeinde sich die hohe Förderung nicht entgehen lassen will und hier alle möglichen Anstrengungen unternimmt um dieses Geld zu bekommen. Aber es bleiben Restkosten für die Gemeinde, sowie laufende Kosten, bei unklarem Nutzen. Vor allem bleibt aber die Frage, wieso man trotz bekannter und berechtigter Bedenken der Bevölkerung gegen den Standort im Park einen anderen alternativen Platz nicht einmal in Betracht gezogen hat.

Alexandra Benedik, Hohenau