Post verspricht Aktionären hohe Dividende

Abbau von 1.200 Briefträgern in drei Jahren: Nach Überprüfung: Zehn weitere von Schließung bedrohte Postämter in NÖ bleiben, zumindest vorläufig: Atzenbrugg, Echsenbach, Etsdorf, Frankenfels, Hirtenberg, Königsbrunn, Langenlebarn, Maria Taferl, Payerbach und Wolfsgraben. Sie bleiben, nachdem sich auch Landeshauptmann Pröll für sie eingesetzt hatte: „Sie gehören zur Versorgung im ländlichen Raum.“ In den nächsten drei Jahren will die Post 400 Jobs pro Jahr abbauen. Die Gewerkschaft ist gegen die Neuordnung der Zustelldienste, weil dadurch der Leistungsdruck auf die Zusteller und Zustellerinnen weiter steigt, deren Rayone bereits in den letzten Jahren deutlich vergrößert wurden. Die Unternehmensführung beharrt auf dem Abbau von 10 Prozent ihrer 12.000 Zustellerposten – durch natürlichen Abgang. Die Zerschlagung der Post wurde bereits im Jahr 1996 mit der von der KPÖ strikt abgelehnten, aber von Personalvertretung und Gewerkschaft unterstützten Ausgliederung aus dem Bundesbudget eingeleitet, welcher die Zerteilung in „Gelbe Post“, Telekom, PSK und Postbus folgte. Die Telekom wurde dann teilprivatisiert und damit ging auch die bisher übliche Querfinanzierung verloren, die PSK wurde an die BAWAG verkauft, der Postbus von den ÖBB übernommen. Mit dem Börsegang von 49 Prozent der Post AG im Jahre 2006 erfolgte ein weiterer gravierender Einschnitt bei der Zerschlagung einer funktionierenden öffentlichen Infrastruktur. Dem Börsegang vorausgegangen war das Zusperren von Postämtern aus „betriebswirtschaftlichen Gründen“: Von 2000 bis 2005 wurde die Zahl der Filialen von 2.300 auf 1.330 reduziert und der Grundsatz einer flächendeckenden Versorgung verlassen. Nur in wenigen betroffenen Orten wurden so genannte „Postpartner“ gefunden, wobei ungewiss ist, wie lange es sich für diese rentiert nebenbei Postgeschäfte anzubieten. Im selben Zeitraum wurde auch der Personalstand der Post AG von 30.000 auf etwa 23.000 Beschäftigte reduziert. „Während die Post AG in Österreich schrumpft und zusperrt, will sie laut Postchef Anton Wais pro Jahr rund 80 Millionen Euro in Osteuropa und 150 Millionen Euro in Westeuropa investieren“, kritisiert Erich Stöckl, Landesparteivorsitzender der KPÖ-NÖ. „Für das Jahr 2006 wurden 70 Millionen Euro an Dividenden ausgezahlt. Und heuer können sich die Aktionäre auf eine noch um 25 Prozent höhere Dividende freuen. Diese Gewinnmaximierung erfolgt auf Kosten des Personals und der Infrastruktur in Österreich!“