Terror in Paris

Ein Anschlag auf unsere Freiheit – so kommentierte der „Kurier“ am 8. Jänner den furchtbaren Terroranschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Paris mit 12 Toten. Stimmt, kann man nur sagen. Aber das alleine ist zu kurz gegriffen. Meinungsfreiheit ist unbedingt zu schützen. Meinungsfreiheit muss aber im Respekt und Toleranz zu anderen Ansichten auch selbst ihre Grenzen finden.
Wenn ein Österreicher Christus in einem Buch als Karikaturist versaut darstellte, gab es zu recht empörte Proteste. Wenn Mohammed-Karikaturen zu Protesten führen ist es aus muslimischer Sicht auch berechtigt. Mord als Rache dafür – tausendmal NEIN! Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es auch unter Christen solche Fanatiker gab und gibt! Der nordirische Terror der katholischen IRA und der anglikanische Gegenterror waren nicht weniger mörderisch.
In Afrika stehen sich Terrorgruppen der Islamisten und Christen gegenüber und wir hören nur von den Verbrechen der einen Seite. Zwischen Juden und Palästinensern ist es dasselbe. Wer benutzt aber vorrangig den militanten Islamismus als politische „Geheimwaffe“? Es waren und sind der US-Geheimdienst CIA und Saudi Arabien die die Taliban in Afghanistan und die IS in Syrien finanzierten und bewaffneten um die dortigen Regierungen zu stürzen um das Land für US-Interessen und als Militärbasis gegen die UdSSR bzw. den Iran zu gewinnen. Der Schuss ging jedes Mal nach hinten los. Aber immer noch spielt man dieses „Revolutionsspiel“ seitens des CIA und seiner „Freunde“, ob in Syrien, Jugoslawien, Venezuela, Libyen oder in der Ukraine. In der Ukraine haben die USA nach eigenen Angaben 5 Milliarden Dollar in den Umsturz investiert. Im Irak oder Grenada haben die US-Marines von Beginn an einen völkerrechtswidrigen Interventionskrieg geführt. Die EU und ihre US-hörigen Politiker haben immer beim Kampf um Öl oder Bodenschätze fest finanziell und auch militärisch mitgemacht. Aber der Terror schlägt auch auf die unschuldigen Bürger in seinen Schöpferstaaten zurück wie in New York oder jetzt in Paris. Pakistan und Israel hat der Westen gegen Indien bzw. Teile der arabischen Welt nuklear aufgerüstet, beim Iran spricht man von atomarer Bedrohung der Welt. Wieso nicht bei Israels rechtsradikaler Regierung oder Pakistan mit seiner unstabilen Regierung und seinem bekannt talibanfreundlichen Geheimdienst? Früher lobte man das atomare Gleichgewicht der Supermächte, jetzt wollen die USA das Monopol der Weltherrschaft und das Primat in der Weltwirtschaft und dazu ist jedes Mittel recht.
„Wer Krieg sät wird Krieg ernten“, sagt ein altes Sprichwort. Der große deutsche Fernsehjournalist Scholl-Latour nannte deswegen sein letztes Buch „Der Fluch der bösen Tat“. Terror ist kein politisches Argument sondern Einschüchterung, leider oft auch versteckt von Geheimdiensten finanziert! Satire und Karikatur können politische Argumente sein wenn man, wie oben erwähnt, Respekt und Toleranz gegenüber anderen Ansichten beachtet.
GR Mag. Wolfgang Mahrer