Thomas Hoffmann (20.05.1937 – 02.04.2017)

Genosse Thomas Hoffmann hat lange gegen seine schwere Krankheit angekämpft. Am 2. April ist er im Krankenhaus verstorben.

Sein Vater, der Seemann Wolfgang Hoffmann, kämpfte ab Ende 1936 im Spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Republik, ab 1938 auch sein (2014 verstorbener) Onkel Gert Hoffmann. Vater Wolfgang kam im Februar 1941 ins Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Dachau  in Haft und wurde bald darauf  in das KZ Groß-Rosen in Niederschlesien überstellt. 1942 wurde er dort umgebracht. Insgesamt kamen  rund 40.000 Menschen im KZ Groß-Rosen ums Leben.

Deshalb waren auch Thomas Hoffmann die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und „Nie wieder Faschismus!“ wichtige Anliegen, mit denen er sich viel befasste, und er war bereit für seine antifaschistische Gesinnung öffentlich einzustehen und – wie am 1. Mai oder bei Gedenkveranstaltungen im ehemaligen KZ Mauthausen – auf die Straße zu gehen. Politisch interessiert war er immer, wenn auch erst seit Anfang der 2000er Jahre politisch wirklich aktiv. Als ihm die Sozialdemokratische Partei zu viele seiner für ihn wichtigen Werte und Versprechungen aufgab, ging er im Jänner vor den NÖ Landtagswahlen 2013 in sein Gemeindeamt, unterschrieb eine Unterstützungserklärung für die Kandidatur der KPÖ und brachte noch etliche weitere Unterstützungserklärungen aus seinem Familienkreis. Im März 2013 trat er der KPÖ bei. Er sah die Welt im Umbruch und wollte in seinen letzten Lebensjahren noch etwas dazu beitragen sie zum Besseren zu verändern, als Kommunist, so wie früher sein Vater und sein Onkel.

Beruflich wie privat hatte er ein sehr bewegtes Leben. Er war unter anderem kaufmännischer Angestellter, Casinodirektor, Taxifahrer, Einsatzleiter einer Taxizentrale. Manche seiner Zeitgenossinnen und Zeitgenossen beschrieben ihn als Lebenskünstler. Taxifahren und Autos, an Autos herumbasteln waren große Leidenschaften von ihm.

In Hamburg, wo heuer von 19.-21. Mai die „7. Antifaschistischen Hafentage Hamburg ‚Wolf Hoffmann‘“ stattfinden, die den Namen seines Vaters Wolfgang tragen, und zu denen Thomas alljährlich gerne reiste, wird er nicht mehr dabei sein. Er wird jedoch bestimmt nicht nur dort allen in guter Erinnerung bleiben.

Unser Mitgefühl gilt Gattin Ursula, Sohn Wolfgang und allen seinen Angehörigen, die ihn bis ans Ende seiner Tage umsorgten.

Das Begräbnis findet am Freitag, 14. April 2017, um 10.00 Uhr am Friedhof in 2552 Hirtenberg statt.

Die Angehörigen ersuchen im Sinne des Verstorbenen von Kranz- und Blumenspenden abzusehen und den dafür vorgesehenen Betrag beim Begräbnis in die vorbereitete Spendenbox für den Verband österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband VdA) zu geben. Weitere Möglichkeit: Konto AT62 1400 0053 1007 1309 (KZ-Verband VdA NÖ).