Wohnen immer teurer!

Nikolaus Lackner

Die BürgerInnen spüren es schon seit Jahren deutlich im eigenen Börserl: die Wohnkosten steigen rasant während die Realeinkommen sinken. Immer mehr muss zur Finanzierung des Grundbedürfnisses nach Wohnraum aufgewendet werden. Krems ist hier besonders betroffen: Während sich einerseits immer mehr Studentinnen an den Privatuniversitäten unserer Stadt einschreiben fehlt sozialer Wohnbau völlig. Dies führt gemeinsam mit der immer mehr anschwellenden Immobilienbase zu stetig steigenden Mieten insbesondere bei kleineren Wohneinheiten.

Preisschub bei billigen Wohnungen

„Die Presse“ vom 3.1. berichtete: „Wer im unteren Preissegment eine Wohnung sucht, wird es künftig noch schwerer haben. „…hier ist viel mehr Nachfrage, aber unvermindert viel zu wenig Angebot vorhanden“, sagte Immobilienmakler Anton Nenning (Re/Max). Daher werden laut Nenning in diesem Segment die Preise „weiterhin signifikant anziehen, mit allen möglichen sozialen Konsequenzen“. Einer Umfrage zufolge wird heuer die Nachfrage nach günstigen Wohnungen österreichweit um neun Prozent steigen, das Angebot allerdings nur um 0,8 Prozent. Somit ist zu erwarten, dass sich die Preise bei billigen Wohnungen am freien Markt in diesem Jahr um 5,1 Prozent erhöhen werden.“

Krems muss neue Gemeindewohnungen bauen

Es ist daher höchst an der Zeit dass dieses brennende Thema von der Stadtpolitik endlich angegangen wird.

Es gibt durchaus Möglichkeiten auf kommunaler Ebene gegenzusteuern: Deshalb fordern wir von der KLS den Bau von Gemeindewohnungen durch die Stadt.

Nur so kann sichergestellt werden, dass es zum Raubrittertum am privaten Wohnungsmarkt eine Alternative gibt. Genauso wichtig wie die Errichtung von neuen, leistbaren Wohnungen ist deren Verwaltung und Vergabe: Seit vielen Jahren hat Krems kein eigenes Wohnungsamt mehr. Die KLS setzt sich dafür ein, dass die Stadt Krems wieder die Zügel in die Hand nimmt: Wir brauchen wieder ein städtisches Wohnungsamt!

Krems braucht einen Mietkautionsfonds

Neben den ständig steigenden Mieten sind die hohen Mietkautionen (bis zu 3 Monatsmieten!) oft ein Grund weshalb Menschen in unserer Stadt keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Auch hier gibt es eine Lösung: Die Einführung eines Mietkautionsfonds. Ein solcher städtischer Mietkautionsfonds würde es Menschen mit geringerem Einkommen oder Pensionen ermöglichen am privaten Wohnungsmarkt auch dann etwas passendes zu finden, wenn sie über keine Reserven verfügen oder die Banken ihnen Kredite verwehren. Einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag haben wir bereits eingebracht. (siehe auch: aus dem Gemeinderat) Der Antrag wurde neben den beiden KLS Gemeinderäten auch von den Mandatarinnen der Grünen und der UBK sowie durch einen freien Gemeinderat unterstützt. Die großen Fraktionen SPÖ, ÖVP und FPÖ lehnten die Dringlichkeit ab. Bgm. Dr. Resch sagte jedoch zu den Antrag zu prüfen zu lassen. Wir nahmen ihn beim Wort und übermittelten verschiedene Modelle aus Graz, Knittelfeld und Deutschlandsberg, wo es solche Fonds bereits gibt. Wir von der KLS bleiben dran und setzen uns weiter dafür ein, dass diese wichtige Hilfe für die Menschen auch in Krems bald Realität wird.

Krems: Preistreiber Gebühren

Als wäre die Ausgangslage am Wohnungsmarkt nicht schon ernst genug, drehte die Stadt auch in den letzten Jahren kräftig an der Gebührenschraube. Gipfel der Chuzpe: Trotz Kritik vom Rechnungshof wurden neuerlich die Gebühren über der Inflationsrate erhöht. Selbstverständlich lehnen wir von der KLS diese ständigen Griffe in die Taschen der Bürger auch weiterhin ab. Anstatt durch diese zusätzlichen Belastungen Öl ins Feuer zu gießen ist es Zeit dem ein Ende zu setzen.

Vor der Wahl vs. Nach der Wahl

2007 brachte die SPÖ beispielsweise selbst einen Antrag zur Schaffung einer Wohnanlaufstelle und eines Wohnungsbeirats im Magistrat ein. Als 2013 die Opposition in wissen wollte, wann dies endlich umgesetzt werde, wollte die nunmehr stärkste Partei von ihrem eigenen Plan nichts mehr wissen. Besonders bezeichnend ist folgendes Zitat des Bürgermeisters aus dem Jahr 2013: „Die Errichtung von Wohnbauten zählt nicht zu den Infrastrukturaufgaben von Gemeinden. “ Städte wie Wien oder Graz errichten neuen Gemeindewohnungen, Krems fördert einseitig den Ausbau von Uni-Kapazitäten und sorgt so für eine Verknappung und Verteuerung  des Wohnraums. Die KLS wird sich diesem wichtigen Thema auch weiterhin nicht nur in Wahlkampfzeiten annehmen!

GR Nikolaus Lackner