Protest gegen Aus für Voith Paper St. Pölten

Das 1904 eröffnete erste Tochterwerk, die Maschinenfabrik J. M. Voith in St. Pölten, um 1910

GLB-NÖ solidarisch mit den Beschäftigten bei Voith

Erst 2014 gab es am Voith-Standort St. Pölten eine Kündigungswelle, bei der 290 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. Nun will der Konzern in St. Pölten bis März 2016 weitere 150 Stellen streichen.

Laut Mitteilung des Konzerns sollen in Deutschland und Österreich in der Sparte Papiermaschinen insgesamt rund 800 Stellen wegfallen. Geplant ist dabei die Einstellung der Papieraktivitäten am Voith-Standort St. Pölten (Abbau von ca. 150 Stellen). In Deutschland vorgesehen: Schließung der Standorte Krefeld und Neuwied (mit Abbau von 200 Stellen und einem Transfer von verbleibenden Aktivitäten nach Heidenheim). Am Standort Heidenheim sollen zudem rund 300 Stellen wegfallen. Am Standort Ravensburg sollen insgesamt 150 Stellen wegfallen.

„Weitere Kapazitätsanpassung“ nennt das die Konzernzentrale in Heidenheim in ihrer Aussendung. Konzernchef Lienhard: „Wir müssen jetzt in Gespräche eintreten. Das werden keine einfachen Gespräche sein.“ Das wünschen wir ihm auch. Denn: „Die Auslastung ist sehr gut und der Paper-Standort St. Pölten erwirtschaftete im Vorjahr einen Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe“, so Betriebsratsvorsitzender Haiderer gegenüber den „NÖN“.

Erwin Stingl, Landessprecher NÖ des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB) im ÖGB, erklärt seine Solidarität mit den Beschäftigten bei Voith: „Der Kahlschlag von Industriearbeitsplätzen zugunsten von gewinnausweisenden Bilanzen geht ohne Rücksicht auf die Existenzgrundlagen der betroffenen Menschen und deren Familien, die daran hängen, unverblümt weiter. Das sind nochmals 150 Schicksale, nur alleine in St. Pölten – auch in Deutschlands Standorten sollen Stellen abgebaut werden. Aber diese Schicksale zählen für die Bosse nicht, für die zählt nur eines, mehr Geld. Wem nützt ein noch so großartiger Sozialplan, wenn er keinen Job mehr hat? Wie lange wird diesem unwürdigen Treiben noch zugeschaut? Wie lange noch werden Betriebe auf dem Altar des Kapitals scheibchenweise filetiert? Und die Arbeitnehmervertretungen werden erst tätig, wenn es darum geht, wer ‚sozial verträglich‘ unter die Räder kommt!“